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Kuratierter Marketing Link Mix #186: Weigel gegen die Markenzwiebel, Publicis gegen AI-Dumping, dazu die Midterms und Breschnew im Badeanzug.
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1. November 2026

davaidavai 186

Gerald Hensels kurierter Marketing Link Mix aus zwei Wochen.
„Ich lese für euch vor, damit ihr es nicht machen müsst.“

Willkommen zu davaidavai 186.

Gestern war Halloween (ich war mit Kindern betteln und dann auf einer Party), heute ist der 1. November, und ich habe Geburtstag. Ab einem gewissen Alter ist das ja ein ganz besonders gruseliges Thema. Gruselig könnte auch der Dienstag werden. In davaidavai geht es ja nie nur um Marketing, sondern immer auch um unsere kaputte Welt, und am Dienstag sind Midterms in den USA. Deshalb habe ich ein paar Links dazu reingenommen, und ich bin da ganz offen: Ich hoffe, dass Trump richtig einen eingeschenkt bekommt, aber ich bin am Zweifeln, ob das so kommt.

Aber zurück zum Marketing. Weniger offen als das Abschneiden von MAGA ist ja die Frage, ob wir im Marketing über AI reden. Tun wir, ständig. Ich halte es da ganz mit Sven Dörrenbächers Embraice-These: Statt nur zu reden, sollten wir alle mehr spielen und experimentieren. Ich experimentiere gerade mit zwei Faceless-History-Storytelling-Kanälen, in denen ich AI-Videos baue und ausprobiere. Ein Seitenhobby, aber eines, das zur Zeit passt: Das Standardangebot von uns allen stirbt, wir alle machen verschiedene Dinge, und plötzlich machen auch Strateg:innen Videos. Einfach aus Spaß, weil es geht. Und vielleicht führt es ja zu was.

AI ist deshalb natürlich auch in dieser Ausgabe wieder überall drin. Außerdem: eine Markenzwiebel, die keiner mehr braucht, zwei Roboter aus LEGO, estnischer Volkstanz zu Hip-Hop, Zigarettenwerbung mit Charlie Sheen, ein sowjetischer Parteichef im Badeanzug, ein Welthit, dessen Titel nichts bedeutet, und zum Schluss die Beastie Boys.

Ach, und dann noch ein Eventaufruf in eigener Sache: Am 25. November ist der nächste Club der Postrationalist:innen in Hamburg, ein Strategienetzwerk-Event, das ich erfunden habe. Diesmal dabei ist Simon Stock vom Business Comedy Club, der über Humor und Business erzählt, wovon wir alle, glaube ich, ein bisschen mehr brauchen. Karten gibt es hier. Kommt in Strömen.

Gerald

P.S. davaidavai ist gratis, aber für mich nicht kostenlos. Wer mich dabei unterstützen will, kann mir ein paar virtuelle Euro in den virtuellen Sparstrumpf ganz unten stecken. Einige von euch tun es sogar schon. Highly appreciated.

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Heute drin

Strategie  ·  Kreativwirtschaft  ·  Creative  ·  Design/UX  ·  Content  ·  AI  ·  Wilde Werbung  ·  Wilde Karten  ·  Die Midterms  ·  Wahre Geschichte

 
01  Was uns zum Ziel führt

Strategie

Martin Weigel: Marke ist Wachstum, keine Theorie
Martin Weigel

🧅 Martin Weigel, einer der international bekanntesten und besten Strategen, zieht in diesem Artikel über die Markenzwiebel her, das Ringmodell aus jedem Workshop. Aber nicht, weil er Zwiebeln nicht mag, sondern weil er statische Modelle von Marke in einer Zeit kompletter Dynamik kritisiert. Es geht um konkrete Wachstumsmodelle und um Commitment auf eine Zukunft, nicht um bloße Theorie, die nichts zur Markenführung addiert. Guter Artikel.

Markenführung im AI-Zeitalter braucht eine saubere Wissensarchitektur
Ralf Becker

🏗️ Ralf Becker hat mir dankenswerterweise einen Artikel von ihm geschickt. Super Ding. Er argumentiert, dass saubere Wissensarchitekturen die wesentliche Grundlage für gute Markenarbeit in der Zukunft sind, weil AI inzwischen beides liest: das, was eine Firma über sich schreibt, und das, womit ihre Agenten arbeiten. Und dass das gar nicht so einfach ist, weil Wissen in Firmen oft veraltet, widersprüchlich und über zig Systeme verteilt ist. Gut, dass es noch Menschen gibt, die bloggen.

Contagious Brands Report 2026
Contagious

📗 Contagious hat einen neuen Brands Report rausgebracht, mit 45 Marken, die anders wachsen als der Rest, von Sonnenbrillen bis Dosenfisch, sortiert in neun große Cluster. Es geht genau um die Punkte, auf die Weigel oben schon zu sprechen kommt: Wachstum, größer werden, sich unterscheiden. Zum Download braucht man leider ein registriertes Konto. Das lohnt sich aber.

Brand Perspectives 2026: AI ist nur der Spiegel
MikeTeeVee

🪞 Noch ein guter Report: Für „Brand Perspectives 2026“ hat MikeTeeVee Menschen befragt, die in Unternehmen die Kreation verantworten. Heraus kamen relativ simple Einsichten: Eigentlich hat AI nur die Probleme der Branche sichtbar gemacht, die es vorher schon gab. Auch hier braucht man zum Download einen Account, lohnt sich aber auch.

 
R/GA: Gib einem Mann eine Angel, und du kannst ihn ein Leben lang mit Angelzubehör targeten
 
02  Gute Links für eine Branche im Dauerwandel

Kreativwirtschaft

Publicis: Mit AI unter Wert verkaufen
Publicis Groupe · YouTube

🎭 Kurz vor Cannes hat Publicis einen Film darüber gemacht, wie sich Agenturen mit AI unter Wert verkaufen: Effizienz versprechen, Kreation verschenken, um auf Teufel komm raus Preise zu drücken. Irgendwie habe ich den Film im Sommer urlaubsbedingt wohl nicht mitbekommen. Natürlich ist das am Ende Eigenwerbung, und nicht alles davon ist ehrlich, denn ich vermute, dass auch im Hause Publicis gehörig viel davon zu spüren ist. Aber Publicis macht in Sachen AI-Vordenkerschaft einiges richtig. Das gehört auch zur Wahrheit.

Die Branche spart mit AI und misst nicht
The State of Brand

📉 Fast jede zweite Marketingabteilung hat im letzten Jahr Aufgaben an AI abgegeben, und scheinbar misst kaum einer, ob sich das lohnt. Die Zahl selbst ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, was sie über die Branche verrät: Zwanzig Jahre lang haben wir jeden Klick zugeordnet, um im Budgetmeeting zu bestehen, und bei AI gilt das plötzlich nicht mehr. Ich bin mal gespannt, wie die Zahlen bei uns in Deutschland aussehen. Vielleicht misst man hier einfach gesendete Faxe.

Ogilvy übers Schreiben
Ogilvy & Mather für International Paper, Anzeige um 1980

✍️ Damals, als wir noch selber schreiben konnten und mussten, schaltete Ogilvy & Mather um 1980 diese Anzeige über klares Schreiben. Ich mochte immer die kreative Qualität, die gerade bei Ogilvy & Mather hinter dem Denken stand. Mehr als 45 Jahre später gehört die Anzeige noch immer zu den besten Guidelines zum Schreiben, die ich je gesehen habe. 👇

Ogilvy & Mather für International Paper: „How to write clearly“, Anzeige um 1980
 
03  Kampagnen, Spots, Markenfilme, Cases

Creative

LEGO: Daft Punk
The LEGO Group · YouTube

🤖 LEGO bringt ein Daft-Punk-Set, und die eigentliche Geschichte ist, wie es zustande kam. Bei LEGO Ideas stimmen Fans über eigene Set-Vorschläge ab, ein Vater-Sohn-Team hat so die Pyramidenbühne durchgebracht, auf der Daft Punk 2007 getourt sind. Angekündigt wurde das Set ohne Pressemitteilung: erst mit einem Rätsel in Daft Punks eigenem YouTube-Livestream, dann mit dem Film, der oben verlinkt ist. Darin laufen die beiden als LEGO-Figuren durch eine leuchtende Welt aus Steinen. Eine Marke, die ihre Fans mitmachen lässt und am Ende trotzdem komplett überrascht. Well done, LEGO.

Estland: Born From Culture
Tanzensemble Soveldaja · YouTube

💃 Tourismuswerbung für Estland, umgesetzt mit Volkstanz und Hip-Hop: Ein Ensemble der Universität Tallinn tanzt estnische Volkstänze zu Beats, bunt, laut und mit sehr viel Spaß. Macht wirklich Lust, nach Estland zu fahren. Und nebenbei zeigt der Spot wieder, wie viel Musik dazu addiert, wenn Marketing gute Laune machen soll. 👇

Born From Culture: estnischer Volkstanz trifft Hip-Hop, Tanzensemble Soveldaja
McVitie’s: There’s Only One That Brings Us All Together
pladis · YouTube

🍪 McVitie’s ist ein Keks, den man gut zum Tee essen kann. Einfaches Produkt. Dazu passt eine schräge Idee und viel gute Musik. Oben bei Estland hatte ich es schon: Irgendwie spricht mich gerade Musik in Spots besonders an, vielleicht einfach, weil sie gute Laune macht, in einer Welt, in der gerade nicht so viel gute Laune ist.

Adidas: Barbed Wire
V&A, Victoria and Albert Museum

⚽ Sensationelles Ding. Neulich habe ich diesen Klassiker mal wieder gesehen: 1997 bewarb Adidas einen Fußballschuh mit einem Plakat, auf dem erst mal nur Stacheldraht zu sehen ist. Wer genauer hinschaut, erkennt den englischen Nationalspieler Paul Ince. Eine grafische Verfremdung, die erst auf den zweiten Blick richtig klug wird. Hängt heute im Victoria and Albert Museum in London, und das zu Recht. Idee und Umsetzung sind übrigens nicht AI, liebe Kinder.

 
04  Über gute Gestaltung und Nutzerführung

Design/UX

Kann man gegen den Slop noch gewinnen?
Michal Malewicz · Medium

🟣 Die Frage, die gerade alle beschäftigt, die gestalten: Wie überlebt man, wenn alles bereits auf hohem Niveau zunehmend gleich aussieht? Michal Malewicz hat dazu einen Text geschrieben, bei dem man sich ziemlich ertappt fühlt, weil er zeigt, dass wir den Einheitsbrei lange vor AI selbst erfunden haben. Ob man gegen das Mittelmaß noch gewinnen kann? Weiß ich auch nicht. Ich hoffe aber schon. Wie, steht hier in fünf Punkten.

Euer Designsystem liest jetzt eine Maschine
UX Collective

📐 Früher war ein Designsystem ein Regelwerk für Menschen. Heute liest es vor allem eine Maschine, und das ändert, wofür es überhaupt da ist. Der Text bei UX Collective diskutiert diesen Gedanken, ohne allzu sehr ins Technische abzurutschen. Wer gerade mit AI an einer Marke baut, sollte ihn gelesen haben.

Giorgia Lupi: AI kennt keinen Umweg
Giorgia Lupi · The New York Times

✏️ Die Designerin Giorgia Lupi hat einen Punkt, den ich ziemlich richtig finde: Gute Gestaltung entsteht auf dem Weg, der Suche, der Exploration. Der Weg ist bekanntlich das Ziel, und daran glaube ich auch sehr. Genau diesen Teil überspringt AI, weil sie ein Ergebnis liefert, bevor man angefangen hat zu denken. Lupi belegt das mit einer Studie, die einem die Freude an Bildgeneratoren etwas verdirbt: Egal, was man eingibt, am Ende kommen immer dieselben zwölf Motive raus.

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05  Über Inhalte und wie man sie misst und distribuiert

Content

AI-Sichtbarkeit: Plakatwand oder Zukunft?
Rand Fishkin · SparkToro

🔭 Zwei Texte aus derselben Woche, die sich widersprechen. Rand Fishkin rechnet vor, dass AI-Assistenten kaum Besucher:innen auf Websites bringen. ChatGPT schickt weniger Leute als DuckDuckGo. Für ihn ist AI-Sichtbarkeit deshalb eine Plakatwand: Sie hilft der Marke, aber sie bringt keinen Traffic. Dass das alles ein großer Diskurs ist, der noch nach klaren Siegen sucht, erahnt man, wenn man Ryan Laws Text liest, der genau das Gegenteil beschreibt: Große Marken bauen Seiten, die kein Mensch je besuchen soll, nur als Futter für AI-Antworten.

Wer Content automatisiert, muss den eigenen Job verstehen
Ahrefs

🧑‍🍳 Si Quan Ong zeigt bei Ahrefs, wie er Content mit AI-Agenten produziert. Gut, weil er einen Punkt macht, den die meisten übersehen: Wer Content automatisieren will, muss den eigenen Job erst einmal richtig verstehen. Und das ist mehr Arbeit, als man denkt.

Dan Koe: Influencer, Personal Brand oder Gestalter?
Dan Koe

🪵 Dan Koe hält hier einen Abgesang auf Influencer. Ob der berechtigt ist, sei mal dahingestellt, unter Feuer stehen sie ja gerade sowieso. Lesen sollte man den Text wegen seiner Unterscheidung in drei Rollen, die ziemlich gut erklärt, warum Authentizität gerade wichtiger wird. Ob Influencer tot sind, wage ich zu bezweifeln. Vielleicht gibt es nur neue Rollen in dem Spiel.

 
06  All Hail our Robot Overlords

AI

ChatGPT entscheidet jetzt, wie eure Werbung klingt
PPC Land

✍️ Seit dieser Woche darf ChatGPT Anzeigen von Marken eigenständig umschreiben und sogar woandershin verlinken, ohne dass jemand freigibt. Wer das nicht will, muss es abschalten. Damit entscheidet eine Plattform, wie Werbung klingt, und die Marke darf hinterher widersprechen. Lohnt sich, mal nachzusehen, wo der Schalter im eigenen Konto steht. Tolle Zeiten.

Geschmack ist das Einzige, was AI nicht billiger macht
Kieran Flanagan

📁 Weil alle dieselben Modelle nutzen, klingt AI-Content immer besser und zugleich immer gleicher. Kieran Flanagan hat dafür eine einfache Lösung: drei Dateien, die er der AI jedes Mal mitgibt. Wichtiger als sein System ist aber, was er daraus folgert: Wenn Produktion nichts mehr kostet, bleibt Geschmack das Einzige, was noch einen Preis hat. Da hat er recht.

Sinéad Bovell: Die Folgen werden größer als der Job
Sinéad Bovell

🕸️ Alle fragen gerade, welche Fähigkeiten man in der AI-Zeit noch braucht. Die Zukunftsforscherin Sinéad Bovell hat darauf eine Antwort, die mir einleuchtet: Systeme verstehen. Wenn eine einzelne Person mit AI plötzlich die Arbeit eines ganzen Teams macht, landen auch die Folgen bei ihr, und die reichen immer weiter als der eigene Job. Ihr Satz dazu stimmt: „The boundaries of our professions have always been narrower than the consequences of our work.“

 
07  Kommunikation aus einer anderen Zeit

Wilde Werbung

Charlie Sheen raucht japanische Zigaretten
Parliament-Zigarettenwerbung, Japan 1995 · YouTube

🚬 Zigarettenwerbung ist ja immer ein guter Kandidat für schlimme, wilde Werbung. Aber dass Charlie Sheen in den 90ern japanische Werbung für Parliament-Zigaretten machte, war mir auch neu. Eigentlich passiert in dem ganzen Spot gar nicht viel, aber das ganze Ding schreit halt 90er: Big Advertising Spend mit Superstars, die nicht viel Sinn ergeben. Allerdings muss man zugeben, dass Charlie Sheen definitiv der beste Mann für die Aufgabe ist. 👇

Charlie Sheen in der Parliament-Werbung von 1995
 
08  Karten, die die Welt erklären.

Wilde Karten

🇦🇹 Ich bin ja ein großer Fan von Österreich. Aber was ist eigentlich diese österreichische Mentalität? Ich würde sagen: eine Mitte aus Falco, Depression und der Geschichte von Joseph Kyselak, dem Erfinder des modernen Taggings, also des Namens-Graffiti. Der wettete mit seinen Freunden, innerhalb von drei Jahren der bekannteste Mann im Habsburger Reich zu werden, ohne sich auf eine neue Art und Weise umzubringen. Viele Grüße an meine österreichischen Freunde, speziell in Linz. Ich bin ja ohnehin Mentalitätsösterreicher. 👇

Wilde Karten
 
09  Am Dienstag wählen die USA

Die Midterms

Junge Männer verlassen Trump, aber wohin?
Sabrina Tavernise · The New York Times

🗳️ 2024 sind junge Männer in großer Zahl zu Trump geschwenkt, jetzt zeigen Umfragen, dass sie sich wieder abwenden. Die NYT-Reporterin Sabrina Tavernise ist nach Michigan gefahren und hat sie gefragt. Einige wählen weiter Trump, andere sind enttäuscht, ohne deshalb Demokraten wählen zu wollen. Interessantes Interview und ein gutes Stimmungsbild aus den USA.

Scaramucci: Trump wird immer unterschätzt
Anthony Scaramucci · Instagram

🎙️ Erinnert sich noch jemand an Anthony Scaramucci? 2017 war er Trumps Kommunikationsdirektor, nach elf Tagen war er wieder raus. Er ist schlauer, als man denkt, und hat einen interessanten Instagram-Kanal. Seine Einschätzung zu den Midterms: Im Senat ist nicht ausgemacht, dass die Demokraten stark gewinnen, denn Trump schneidet in Umfragen immer schlechter ab als an der Wahlurne.

Carlos Greaves: Beide Seiten der Medaille
Carlos Greaves · Instagram

🎭 Der Comedian Carlos Greaves spielt einen Nachrichtensprecher, der ganz ausgewogen beide Seiten vorstellt. Auf der einen Seite steht ein ziemlich normaler Demokrat, auf der anderen ein Superschurke, wahlweise aus dem Totenreich oder aus einem anderen Imperium des Hasses. Kommentiert wird das mit dem Ernst der Abendnachrichten. Leider treffender, als man denkt.

 
10  Interessantes, Haarsträubendes und Musik

Wahre Geschichte

Breschnew am Schwarzen Meer
imjustculture · Instagram

🛁 Interessante Bilder von Leonid Breschnew, dem sowjetischen Parteichef der 70er. Er war ja die Inkarnation der Stagnation. Und eine Ikone wilder Augenbrauen. Im Westen wurde bezüglich Breschnew meistens das Bild des raketenbewehrten Sowjet-Generalsekretärs gewählt. Dass auch Breschnew in Herrenbademode eher possierlich aussah, wusste hier wohl kaum jemand (außer Brandt, der auch da war).

Fredrik Backman: Prokrastination hilft
Simon & Schuster · YouTube

😅 Fredrik Backman, der Autor von „Ein Mann namens Ove“, hielt eine Rede bei Simon & Schusters 100-Jahr-Feier über kreativen Druck. Vier Minuten über Prokrastination, Angst und das Elend des Schreibens, und man merkt, warum seine Bücher so gern gelesen werden. Die Rede ist wahnsinnig lustig.

Phil Collins und das Wort, das nichts bedeutet
Danny and the Duplicates · Instagram

🥁 Ich habe mich mein Leben lang gefragt, was „Sussudio“ eigentlich bedeutet, immerhin ein großer Hit von Phil Collins. Bis ich herausgefunden habe, dass Phil Collins einfach ein richtig guter Musikautor war: Er schrieb zuerst die Musik, sang Fantasieworte dazu und schrieb danach den richtigen Text. Nur bei „Sussudio“ fiel ihm kein Wort ein. So blieb es im Titel. Warum? Weil es ging. Die frühe Demo mit den Fantasieworten gibt es übrigens auch noch.

Beastie Boys: „Sabotage“ bei David Letterman, 1994
YouTube

🎸 Zum Schluss, wie immer, Musik. Ich glaube, die Platte, die bei mir sehr viel anders machte, war „Ill Communication“ von den Beastie Boys. Die Beastie Boys machten ja eine ziemliche Wandlung durch: in den 80ern eine komische Macho-Party-Band, „Fight for Your Right“ war vieles, aber eigentlich eher ein flacher Malle-Hit. Dann kam „Paul’s Boutique“, total unterschätzt, aber eine Zeitenwende für die Band, weg vom Macho-Image hin zu etwas anderem. Und dann „Ill Communication“, der Soundtrack meiner Adoleszenz (über die ich hier mal etwas geschrieben habe). Die Tage habe ich mal wieder diesen alten Auftritt von „Sabotage“ bei David Letterman gesehen und mich gerade wieder verliebt. Muss man mal gesehen haben. 👇

Beastie Boys spielen „Sabotage“ bei David Letterman, 1994

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